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Mittwoch, 11.02.2026



 
„Als die Wälder auf Reisen gingen“

Präsentation über die Flößerei von Martin Spreng


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Bericht von Sabine Hettich
Bild aus Digitalarchiv Martin Spreng
„Als die Wälder auf Reisen gingen“
– schon der Titel des Vortrags von Martin Spreng, Bundesvorsitzender der Deutschen Flößerei–Vereinigung, sorgte für Neugier bei den Zuhörern.

Der Schwarzwaldverein Neubulach hatten Martin Spreng eingeladen, um sich ein einprägsames Bild von der damaligen Zeit der Flößerei machen zu können. Zunächst stand die Frage im Raum: Was waren die Gründe für das Entstehen des Flößerhandwerks? Holz wurde vor allem als Energieträger und zum Haus – und Brückenbau gebraucht.

Für die langen und schweren Stämme aus den waldreichen Tälern gab es damals aber noch keine geeigneten Transportwege. Wie sollte das Holz also an die Orte kommen, wo es bearbeitet - und verarbeitet werden konnte – insbesondere in die Städte entlang des Rheins? Und so kam es dazu, in unserer Region das Wasser für den Transport nutzbar zu machen – die Flößerei entstand.

Heute als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt, begann ihre Entwicklung Mitte des 14. Jahrhunderts: 1342 kam es zum Vertrag zwischen Baden und Württemberg zur Nutzung und Regelung der Flößerei auf Enz, Nagold, Würm und
Neckar. Seine Blütezeit erlebte das Flößerhandwerk nach dem Ende des 30jährigen Kriegs und mit dem „Westfälischen Frieden“.

Für den enormen Aufbruch in Europa brauchte es jede Menge Holz. Neben dem
schon erwähnten Haus- und Brückenbau, wurde Holz jetzt bis nach Holland transportiert und dort für den Aufbau einer Handels– und Schiffsmacht genutzt. „Holländer Tannen“ nannten die Flößer besonders große und gerade gewachsene Stämme, die als Masten für die Schiffe gebraucht wurden.

1691 und 1692 sind jeweils 1000 Stämme Floßholz durch das Nagoldtal bis nach Holland geflößt worden und 1715 waren es dann bereits 14000 Stämme, die auf dem Wasserweg nach Holland gingen. Abschließend erzählte Martin Spreng - unterlegt mit Zeichnungen und Fotografien aus der damaligen Zeit - sehr anschaulich, über die oft abenteuerlichen Reisen der Flößer auf Enz, Nagold und Würm.
Viele Staustufen und auch Biegungen mussten in den engen Tälern auf dem Weg nach Pforzheim überwunden werden, um das bis zu 285 Meter lange Floß, von nur 4 Flößern gesteuert, an dieses Zwischenziel zu bringen. Von dort ging es auf der (großen) Enz über Neckar und Rhein nach Holland.

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Flößerei–Vereinigung empfahl allen Interessenten noch eine Besichtigung der Monhardter Wasserstube im Rahmen einer Führung. Die Wasserstube wurde originalgetreu restauriert und soll dokumentieren, wie die Wasserwege genutzt und große Mengen Holz aus dem Schwarzwald transportiert worden sind.

Ein Wiedeofen steht dort ebenfalls bereit. In ihm wurden dünne und etwa 5 Meter lange Stämmchen in Wasser gelegt und erhitzt, damit danach Holzwieden (Holzseile) gedreht werden konnten, die zum Einbinden der Flöße verwendet worden sind.

Die Mitglieder und Freunde des Schwarzwaldvereins bedankten sich mit einem
Präsent bei Martin Spreng für seinen interessanten und sehr anschaulichen Vortrag, mit dem er das Flößerhandwerk an diesem Nachmittag wieder in Erinnerung rief.

Bild aus Digitalarchiv Martin Spreng
Bilder aus Digitalarchiv Martin Spreng


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